Ausländische Holding gründen- Steuergestaltung mittels Zwischenholding

Eine ausländische Holding dient der möglichst steuerfreien Durchschleusung der Dividenden der Basisgesellschaft an den Anteilseigner (Dividendenrouting), ergänzend der Verlagerung von Teileinkünften aus der Basisgesellschaft an die Holding ( Verwaltungs- oder Management-Holding). Informationen zu den wichtigsten Holdingstandorten finden Sie über die Linkleiste rechts.

Holding gründenHolding grÜnden: GrundsatzÜberlegungen zur Holding

Eine Holdinggesellschaft vereinnahmt die Dividenden (Erträge nach Besteuerung) der Tochtergesellschaften möglichst quellensteuerfrei und besteuert reine Beteiligungserlöse nicht. Ergänzend werden Weiterausschüttungen aus der Holding gering oder im optimalen Fall nicht besteuert (keine Quellensteuer bei Durchschleusung der Dividenden an die Anteilseigner oder Obergesellschaft/en= Dividendenrouting). Aktive Einnahmen der Holding (Rechnungsstellungen an die Tochtergesellschaften für Holdingaufgaben,  Einnahmen aus Patent- und/oder Lizenzrechten, Einnahmen aus Gesellschafter-Fremdfinanzierung usw..) werden im optimalen Fall gering besteuert.  

Management- oder Verwaltungsholdings können der Basisgesellschaft/en (Töchter) für die Tätigkeiten in Rechnung stellen, was den steuerbaren Ertrag der Basisgesellschaft/en (Töchter) entsprechend reduziert, gleiches bei Holdinggesellschaften die Patente oder Lizenzen/Rechte hält.

Befinden sich die Basisgesellschaften (Töchter) in der EU, so sollte der Holdingstandort ebenfalls in der EU belegen sein: Positivwirkung der EU-Niederlassungsfreiheit, EU-Rechtschutz und/oder EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, keine Negativwirkung nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung, Gestaltung mittels Anteilstausch-und Gesellschafter-Fremdfinanzierung bei werthaltigen Töchtern möglich.

Besondere Vorteile für Deutsche Unternehmer bei Installation einer EU-Holding

Insbesondere Deutsche Unternehmer profitieren von der Installation einer EU-Holding, ergänzend Unternehmer in Österreich,Spanien und Italien:

-Positivwirkung der EU Niederlassungsfreiheit, EU-Rechtschutz, EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, EU -Fusionsrichtlinie

-Durch Rechnungsstellung an die Tochter wird die Tochter steuerlich entlastet (Verwaltungs-/Management-Holding)

-Wirkung EU-Fusionsrichtlinie, in Deutschland umgesetzt im UmwStG (Umwandlungssteuergesetz): Unternehmen können sich in der EU ohne steuerliche Hürden zusammenschliessen,fusionieren. Ansonsten müsste die "werthaltige Tochter" bewertet werden und die Holding müsste die Anteile erwerben. Durch Anwendung der EU-Fusionsrichtlinie (UmwStG) kann eine steuerneutrale Anteilsübertragung realisiert werden.

-Holdinggesellschaften sind Aktivgesellschaften nach Deutschem AStG, ergänzend und/oder/mithin keine Wirkung der Deutschen Hinzurechnungsbesteuerung (§8 AStG) bei EU-Sachverhalten.

Steuerreduzierte Durchschleusung bei Anwendung des Schweizer Steuerrechts

Diese steuerfreie Durchschleusung kann insbesondere für Schweizer Basisgesellschaften wichtig sein: So belegt die Schweiz abfließende Dividenden im Nicht-DBA-Sachverhalt mit 35%tiger Quellensteuer. Durch die Zwischenschaltung einer Holding, kann diese Quellensteuer auf 5% , in bestimmten Fällen sogar auf Null%, reduziert werden.

Europa AG (SE: Societas Europaea) als Holding: Einbringung von Anteilen zu Buchwerten

Über die EU-Fusionsrichtlinie können sich europäische Gesellschaften ohne nationale Steuerhürden zusammenschließen. Dabei kann die Einbringung von Anteilen zu Buchwerten, also steuerunschädlich, erfolgen (Deutsches Steuerrecht z.B. §23 Abs 4 UmwStG, Art 8 Fusionsrichtlinie). In diesem Kontext wird eine Europa AG als Holding gegründet. Weiterer Vorteil: Eine Sitzverlegung innerhalb der EU ist jeder Zeit und ohne steuerliche Nachteile möglich.

 

Holdinggründe im Konzernverbund

Im Konzernverbund gibt es neben den steuerlichen Gründungen auch Nicht-steuerliche Gründe:

  • Rechtliche Trennung des operativen Geschäfts von der strategischen Verantwortung
  • Konzentration von Führungs-und Verwaltungsaufgaben
  • Führung und Verwaltung der Beteiligungen im Familienkonzern
  • Konzentration von Finanzierungsfunktionen
  • Bündelung von Anteilen und Gewinnpooling bei Joint –Ventures

 

Standortwahl

Bei der Standortwahl einer Holding spielen viele Faktoren eine Rolle:

  • Standort der Tochterunternehmen (DBA-Sachverhalt, EU, Nicht-DBA-Sachverhalt)?
  • Vor-und Nachteile der einzelnen Holdingstandorte, hinsichtlich den vorrangigen Zielsetzungen
  • Wie werden Nicht-Holding-Aktivitäten im Sitzstaat der Holding besteuert?
  • Gibt es überhaupt ein Holdingprivileg (z.B. Zypern,Schweiz,Spanien,Niederlande), also keine Besteuerung der zufließenden Dividenden bei reinen Beteiligungen
  • Wie werden Weiter-Ausschüttungen aus der Holding ins In-und Ausland besteuert (Fragen der Quellensteuer)?
  • Wie ist die Besteuerung von Zins-und Lizenzzahlungen der Holding?
  • Wie gestaltet sich der Abzug von Veräußerungsverlusten und Teilwertabschreibungen?
  • Wie gestaltet sich der Abzug von Beteiligungsaufwendungen/Gesellschafterfremdfinanzierung?
  • Existieren dominante CFC-Regelungen und wenn ja, wie sehen diese aus?

Um mit Ihnen gemeinsam den geeigneten Holdingstandort zu finden, müssten diese Fragestellungen in Bezug auf Ihre Konstellation und Zielsetzungen eingehend geprüft werden.